Jeder, der in Portugal lebt, entdeckt schnell, dass hinter vielen alltäglichen Dingen eine Geschichte steckt. Ein Straßenname, eine Schale Schnecken auf dem Tisch, ein besonderer Schornstein an einem alten Haus... Einige Traditionen sind hunderte Jahre alt, andere sind heute einfach Teil des portugiesischen Lebens. Vier unserer Favoriten.
WennSie durch Portugal fahren, finden Sie es überall: Rua 5 de Outubro, Avenida 5 de Outubro, Praça 5 de Outubro.
Dieses Datum bezieht sich auf den 5. Oktober 1910, den Tag, an dem die portugiesische Monarchie fiel und die Republik ausgerufen wurde. Nach einem republikanischen Aufstand in Lissabon wurde die República Portuguesa am Morgen des 5. Oktober offiziell vom Rathaus ausgerufen.
Der letzte König, Manuel II., war damals erst 20 Jahre alt. Er ging nach England, wo er 1932 kinderlos starb. Die portugiesische Königsfamilie verschwand nicht vollständig: Dom Duarte Pio de Bragança gilt heute als Oberhaupt der Casa Real Portuguesa in der wichtigsten monarchistischen Tradition.
Dia da Implantação da República ist weiterhin ein offizieller Nationalfeiertag. Besonders in Lissabon gibt es offizielle Zeremonien und Gedenkfeiern. Für viele Portugiesen bedeutet es heutzutage jedoch hauptsächlich einen freien Tag.
Wenn du also das nächste Mal eine Avenida 5 de Outubro entlangfährst, wirst du wissen, warum.
1. Mai – Dia do Trabalhador – ist der portugiesische Tag der Arbeit. Aber besonders im Süden Portugals gibt es eine weitere Tradition: Caracóis zu essen.
Familien und Freunde kommen zusammen, suchen ein Café oder eine Terrasse und bestellen eine Schale kleiner Schnecken. Dazu gehört Brot zum Eintauchen in die würzige Brühe und natürlich eine cerveja bem fresca.
Caracóis sind die kleinen Schnecken, die meist langsam mit Knoblauch, Oregano und Lorbeerblatt gekocht werden. Caracoletas sind viel größer und werden oft gegrillt.
Früher wurden auch Caracóis selbst gesammelt, besonders nach feuchten Perioden. Sie gingen jedoch nicht direkt aus dem Garten in die Pfanne: Sie wurden zunächst eine Zeit lang getrennt aufbewahrt und dann sehr gründlich gereinigt.
Siehst du ein Schild mit 'Há Caracóis' in einem Café in der Algarve aus dem Frühling? Setz dich, bestell eine Schüssel und ein kaltes Bier. Ein Nachmittag wird kaum portugiesischer als das.
Im katholischen Portugal ist der 24. Dezember traditionell der wichtigste Familienmoment von Weihnachten. Dieser Abend heißt A Noite da Consoada.
Familien kommen zusammen, und der Klassiker auf dem Tisch ist bacalhau com todos: gesalzener Kabeljau mit Kartoffeln, Gemüse, Ei und Olivenöl. Je nach Region wird auch Oktopus gegessen.
Darauf folgt die süße Seite des portugiesischen Weihnachtens, darunter Bolo-Rei, Rabanadas, Sonhos und Filhoses.
Einige Familien öffnen ihre Geschenke nach Mitternacht, andere am Morgen des 25. Dezember. Katholische Familien können nachts zur Missa do Galo, der traditionellen Mitternachtsmesse, gehen.
Das Tolle an portugiesischem Weihnachten? Am Ende geht es nur um eines: stundenlang mit der ganzen Familie zusammen am Tisch zu sitzen.
Wenn Sie das nächste Mal durch ein altes Dorf in der Algarve fahren, schauen Sie nach oben. An vielen traditionellen Häusern sieht man wunderschön dekorierte weiße Schornsteine: die berühmten chaminés algarvias.
Zusammen mit den farbigen Platibandas entlang der Dachvorrat und den flachen Açoteias gehören sie zu den bekanntesten Elementen der traditionellen Architektur der Algarve.
Der Schornstein war nicht nur funktional. Ab etwa dem 18. und 19. Jahrhundert wurden die algarvischen Schornsteine immer reicher verziert und konnten auch etwas über den Wohlstand des Besitzers aussagen. Ein aufwendigeres Design erforderte mehr Handwerkskunst und machte das Haus beeindruckender.
Die traditionelle Açoteia, die Flachdachterrasse, die besonders im Osten der Algarve verbreitet ist, hatte ebenfalls einen praktischen Zweck. Es wurde unter anderem zum Trocknen von Obst und als zusätzlicher Wohnraum in den warmen Monaten genutzt.
Tatsächlich verriet ein Haus schon etwas über die Menschen, die dort lebten. Und vielleicht ist es heute gar nicht so anders.
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Ein Haus besteht nie nur aus einer Anzahl von Quadratmetern, Schlafzimmern und Badezimmern. Manchmal handelt es sich um ein altes Haus mit einer chaminé algarvia. Manchmal ein Fischerhaus mit einer Açoteia. Manchmal eine moderne Villa mit Blick auf den Atlantischen Ozean.
Aber hinter jedem Haus steckt eine Geschichte.
Und wer eine Immobilie in Portugal kauft, kauft am Ende ein kleines Stück portugiesisches Leben.
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EINZIGARTIGE HÄUSER. VERTRAUENSWÜRDIGER RAT
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